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Dez 28

Ist die Anzahl der Börsenemissionen ein Zeichen für eine Blase?

Ich habe mal gelesen, daß die Anzahl an neuen Börsenemissionen pro Quartal eine gute Maßzahl für eine Blase an der Börse sein soll. Jetzt hat mich mal interessiert, was überhaupt eine Börsenemission ist und worum es da geht. Deshalb habe ich mich mal bei www.GELD-ANLEGEN.eu zum Thema Geldanlage, Wertpapiere und Börsenemissionen informiert.

Die erstmalige Ausgabe von Wertpapieren beispielsweise Aktien, Anleihen, Pfandbriefe oder Obligationen an der Börse – organisierter Kapitalmarkt – respektive deren Verkauf wird als Börsenemission bezeichnet und dient der Kapitalbeschaffung eines Unternehmens. Auf dem Primärmarkt erfolgt die Ausgabe der Wertpapiere, im Sekundärmarkt (Umlaufmarkt) werden jene gehandelt.

In Deutschland befinden sich Wertpapierbörsen in Frankfurt/Main – dies stellt die wichtigste deutsche Börse dar, Berlin, Stuttgart, München, Hamburg, Düsseldorf, Hannover sowie Bremen.

Unternehmen können am Börsenhandel teilnehmen, wenn sie die technische und wirtschaftliche Börsenfähigkeit nachweisen können, dabei spielt unter anderem die Rechtsform des Unternehmens, das Mindesteigenkapital und Mindestvolumen der Aktien sowie Managementqualitäten, Business Plan und die Ertragskraft des Unternehmens eine Rolle.

Wie die Börsenemission abläuft

In der Regel erfolgt im Auftrag des Emittenten – Herausgeber der Wertpapiere – die Emission von Wertpapieren durch eine Emissionsbank, welche dafür einen bestimmten Anteil vom Emissionserlös erhält. Die Neuausgabe von Wertpapieren geschieht entweder zu einem festen Preis oder wird durch ein Book-Building-Verfahren festgelegt. Bei diesem Verfahren wird kein Preis vorgegeben, Investoren können innerhalb einer Preisspanne Zeichnungsangebote abgeben. Hohe Nachfrage, hoher Emissionspreis. Allerdings kann dieses Verfahren auch zu einem geringen Emissionspreis führen und die erwarteten Erlöse des Emittenten werden dadurch nicht erzielt.

Innovationen und Investitionen sind notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu verbessern, daraus resultiert aber ein erhöhter Finanzbedarf. Es wird zumeist nach externen Finanzierungsmöglichkeiten gesucht. Kredite von Banken sind die klassische Form der Kapitalbeschaffung, die aber durch die Regeln von Basel II – Minimum an Eigenkapital der Banken, bei riskanten Krediten erhöhtes Eigenkapital, durch Ratingverfahren wird die Kreditwürdigkeit der Kunden beurteilt, dabei sind nicht nur wie bisher Bilanzen und Jahresabschlüsse von Belang sondern auch die Ziele, Strategien und die Personalentwicklung eines Unternehmens – an sehr hohe Anforderungen gebunden sind.

Somit haben junge Unternehmen trotz marktfähiger Produkte kaum eine Chance, auch etablierte Unternehmen, die ihre Produktionsmittel fast ausschließlich geleast oder gemietet haben, können keine ausreichenden Sicherheiten bieten und haben ein schlechtes Rating zu erwarten.

Durch den Börsengang eines Unternehmens wird Eigenkapital aufgenommen, Investoren können sich an der wirtschaftlichen Entwicklung der Unternehmen beteiligen. Private Anleger erwerben Aktien in den Bankfilialen oder über Direktbanken.

Was und wie an der Börse gehandelt wird

Der Nennwert einer Aktie, der gegenwärtig in Deutschland bei mindestens einem Euro liegen muss, zeigt dem Aktionär seinen Anteil am Gesamtvermögen einer Aktiengesellschaft auf und ist maßgebend für die Dividende (Gewinnausschüttung). Aktionäre haben Stimmrecht in der jährlich stattfindenden Hauptversammlung. Der Kurswert einer Aktie wird vom erwirtschafteten Gewinn und den Gewinnaussichten eines Unternehmens bestimmt und ist für den Aktionär in erster Linie interessant. Aktien können werktags gekauft und verkauft werden.

An der Börse werden laut BesteVergleiche.de auch verzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen, Schuldverschreibungen, Rentenpapiere und Obligationen gehandelt. Stimm- und Teilhaberrechte wie bei Aktien gibt es hierbei nicht, vertraglich festgelegt werden Laufzeit und Zinsen. Eine wesentliche Rolle spielt die Bonität des Emittenten, Ratingagenturen prüfen die Kreditwürdigkeit der Emittenten. Investoren sollten diesbezüglich ebenfalls Informationen einholen – eine Lehre aus der Finanzkrise. Spekulative Anleihen bringen die höchste Rendite für Anleger, können aber zum Totalverlust führen (siehe Pleite von der amerikanischen Investmentbank Lehmann Brothers).