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Okt 05

Die Europäische Zentralbank zerstört das Vermögen der Anleger

Nach der erneuten Leitzinssenkung der EZB werden die Zinsen für Sparguthaben weiter sinken. Damit wird es noch schwieriger werden, sein Geld so anzulegen, daß es mehr Rendite bringt, als die Inflation an Kaufkraft auffrisst.

Das Problem niedriger Zinsen

Mit nur noch 0,05% sind die Leitzinsen auf ein historisches Tief gefallen. Wer jetzt glaubt, tiefer geht es ja nicht mehr, der wird sich noch wundern. Die EZB hat sogar beschlossen, Staatsanleihen der Mitgliedsländer aufzukaufen. Damit werden die Kurse gestützt und die Zinsen so weiter nach unten getrieben. Auch „unsolide“ Anleihen von Staaten wie Griechenland werden so mit niedrigen Zinsen versorgt. Das hilft den Staaten bei der weiteren Verschuldung, denn so muss man weniger Zinszahlungen aufbringen.

zinsen-beim-geldNur leider ist diese Maßnahme nichts weiter als „Geld drucken“, denn die im Umlauf befindliche Geldmenge (auch Staatsanleihen) vergrößert sich ja. Auch wenn die EZB nun Anleihen vom Markt nimmt, so sind diese ja grundsätzlich immer noch vorhanden. Die Staaten nehmen also Kredite auf und die EZB bezahlt diese. Wie lange kann das gut gehen? Irgendwann kommt ein Punkt, an dem alles schlagartig zusammenkracht. Wenn das Vertrauen in die Währung verloren geht, dann geht allles sehr schnell. Die EZB und alle anderen auch hoffen darauf, daß dieser Tag niemals kommen wird. Aber dann hätte man eine neue Ökonomie gefunden. Und seine Schulden dadurch zu verringern, daß man selbst Geld druckt, hat auch noch nicht wirklich in der Vergangenheit funktioniert. 1923 in Deutschland lässt grüßen…

Wie man sein Geld noch anlegen kann

Irgendwann wird also die große Inflationswelle rollen. Nur wann? Und wie kann man bei diesen niedrigen Zinsen noch sein Geld anlegen? Es fällt schwer darauf eine Antwort zu finden. Das Portal geld-anlegen.eu empfieht bei langfristigen Geldanlagen auf Investmentfonds zu setzen (Quelle). Aktien sind im Grunde Beteiligungen an Unternehmen und damit so etwas wie Sachwerte, die bei einer Inflation durchaus profitieren können. Deshalb ist die langfristige Geldanlage in Fonds auch sinnvoll, doch kurzfristig sieht die Sache schon weniger gut aus. Denn wer nicht weiß, wann er an das Geld muß, der kann sich die Schwankungen der Fonds nicht leisten.

Und auf Tagesgeldkonten erhält man kaum noch ein Prozent Zinsen im Jahr. Da die Inflationsrate über dieser Marke liegt, zerstört die EZB das Geldkapital der Sparer und Anleger. Denn man verliert jedes Jahr an Kaufkraft, das Geld wird immer weniger wert. Davon ganz abgesehen, wird auf die Zinsen in Deutschland ja auch noch die Abgeltungssteuer fällig. Was den Kaufkraftverlust eben noch verstärkt. Was für ein Betrug an den Bürgern.

Das Problem der privaten Altersvorsorge

Auch die Altersvorsorge wird von diesen Maßnahmen der EZB stark getroffen. Denn auch die Lebens- und Rentenversicherungen haben Probleme damit, die versprochenen Renditen zu erzielen.
Deshalb wird ab 2015 der Garantiezins der Lebensversicherungen gesenkt (Quelle). Doch eine sinkende Verzinsung kann langfristig dazu führen, daß sich viele Rentner wundern werden, wie wenig Sie aus einer Renten- oder Lebensversicherung erhalten. Bei zwei Prozent Unterschied in der Verzinsung und einer jährlichen Einzahlung von 5000 Euro ergibt sich nach 30 Jahren eine riesige Differenz. Bei durchschnittlich 2% Zinsen hätte man nach obigen Beispiel 41.343,92 Euro Kapital angespart. Bei 4% Zinsen sind es am Ende ganze 58.203,59 Euro. Also 40,78 Prozent mehr!

 Dieses kleine Beispiel verdeutlicht, daß viele Menschen sich im Alter nicht mehr so leben können, wie sie es sich vorgestellt haben. Und wenn dann wirklich die Inflation wieder eine Rolle spielen sollte, dann wird der Altersvorsorgevertrag sogar zur Last. Denn wenn man jedes Jahr auf das eingezahlte Kapital einen Kaufkraftverlust von 2 bis 3 Prozent hinnehmen muß, dann kann man sich in 30 Jahren von seinem Altersvorsorgekapital vielleicht noch ein Sofa kaufen, aber nicht gut leben!